CAT-Tools: Der unsichtbare Motor professioneller Übersetzung

Wer regelmäßig mit Übersetzungen zu tun hat — ob als freiberuflicher Übersetzer, als Sprachdienstleister oder als Unternehmen mit mehrsprachiger Produktdokumentation — kommt früher oder später an drei Buchstaben nicht vorbei: CAT. Computer-Assisted Translation, also computergestützte Übersetzung, hat die Sprachbranche in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Wer versteht, wie diese Werkzeuge funktionieren, trifft bessere Entscheidungen — beim Einkauf von Übersetzungsleistungen ebenso wie bei der Wahl des eigenen Werkzeugkastens.

Wichtig: CAT-Tools sind keine maschinelle Übersetzung. Sie übersetzen keinen Text automatisch. Stattdessen bieten sie menschlichen Übersetzern eine strukturierte Arbeitsumgebung, in der sie schneller, konsistenter und mit weniger Fehlern arbeiten können. Der Kern jedes CAT-Tools besteht aus zwei Komponenten: dem Translation Memory (TM) und der Termdatenbank.

Translation Memory: Die wachsende Bibliothek genehmigter Übersetzungen

Ein Translation Memory ist eine Datenbank, die jeden übersetzten Satz — genauer gesagt jedes übersetztes Segment — zusammen mit der genehmigten Zielsprachenfassung speichert. Sobald Sie ein Segment in Ihrem CAT-Tool bestätigen, wird es ins TM aufgenommen. Taucht später ein ähnlicher oder identischer Satz auf — im selben Dokument oder Monate später in einem völlig anderen Projekt —, ruft das Tool die genehmigte Übersetzung automatisch ab und schlägt sie vor.

TM-Treffer werden üblicherweise nach Übereinstimmungsgrad klassifiziert:

Bei Unternehmen mit großen Mengen an wiederkehrendem Inhalt — etwa regelmäßig aktualisierte Software-Dokumentation, Rechtsdokumente oder Produkthandbücher — kann ein TM den Anteil neu zu übersetzenden Texts um 30 bis 70 Prozent reduzieren. Das schlägt sich direkt in niedrigeren Kosten und kürzeren Lieferzeiten nieder.

Die Termdatenbank: Terminologiesicherheit auf Wortebene

Während das Translation Memory auf Satzebene arbeitet, operiert die Termdatenbank (auch Termbase oder Glossar genannt) auf Wort- und Phrasenebene. Sie enthält genehmigte Begriffe — Produktnamen, Fachvokabular, markentypische Ausdrücke — zusammen mit ihren genehmigten Entsprechungen in allen Zielsprachen.

Warum ist das so wichtig? Nehmen wir an, ein Softwareunternehmen hat ein Produkt namens „Dashboard-Übersicht". Ohne Termdatenbank könnten verschiedene Übersetzer dasselbe auf unterschiedliche Weise wiedergeben — sprachlich korrekt, aber terminologisch inkonsistent. Eine Termdatenbank stellt sicher, dass jeder Übersetzer jedes Mal den korrekten, markengenehmigten Begriff verwendet — automatisch hervorgehoben im CAT-Tool während der Arbeit.

Gute Termdatenbanken enthalten zusätzliche Metadaten: den Verwendungskontext, verbotene Begriffe, Anmerkungen von Fachexperten und das Genehmigungsdatum. Damit wird das Glossar von einer einfachen Wortliste zu einer lebendigen Wissensdatenbank, die mit dem Unternehmen wächst.

Trados und Transit: Die Industriestandards

Wenn Fachleute über CAT-Tools sprechen, fallen regelmäßig zwei Namen: SDL Trados Studio (heute kurz Trados) und Transit NXT von der STAR Group. Beide nutzen TM und Termdatenbank als Kernfunktionen, unterscheiden sich aber in Dateiformat, Ökosystem und Stärken.

Trados ist weltweit das am weitesten verbreitete CAT-Tool. Zweisprachige Daten werden in .sdlxliff-Dateien gespeichert, Projekte in .sdlppx-Archiven. Das TM-Format lautet .sdltm, das Termdatenbankformat .sdltb. Trados ist vor allem im europäischen Markt dominant und wird von vielen Übersetzungsagenturen als Voraussetzung genannt.

Transit NXT ist besonders in der Automobil- und Fertigungsindustrie sowie in stark regulierten Branchen stark. Es verwendet eigene proprietäre Dateiformate und ist bekannt für seine robuste Terminologieverwaltung.

Eine häufige Herausforderung: Die von diesen Tools erzeugten Dateien lassen sich außerhalb des eigenen Ökosystems nicht ohne Weiteres öffnen. Ein Kunde ohne Trados kann eine .sdlxliff-Datei nicht einfach zur Überprüfung aufrufen. Hier kommen Konvertierungstools ins Spiel.

CAT-Dateien in Word und Excel konvertieren

Eines der meistgenutzten Features auf linigu.cloud ist die direkte Konvertierung von Trados- und Transit-Projektdateien in Word- und Excel-Formate. Das löst ein reales, alltägliches Problem in der Übersetzungsbranche.

Projektmanager müssen Übersetzungen an Lektoren weitergeben, die kein CAT-Tool besitzen. Kunden möchten übersetzten Inhalt in einem vertrauten Format sehen. Entwickler brauchen den Inhalt als Tabelle, um ihn in ein CMS zu übertragen. In all diesen Fällen spart die sofortige Konvertierung einer .sdlxliff-, .sdlppx- oder Transit-Datei in sauberes .docx oder .xlsx stundenlange manuelle Arbeit — und eliminiert das Fehlerrisiko durch Copy-Paste.

Der linigu.cloud-Dateikonverter führt diese Konvertierung in Sekunden durch, ohne dass Sie Software installieren müssen. Datei hochladen, konvertiertes Ergebnis herunterladen. Neben der Dateikonvertierung bietet linigu.cloud auch PDF-Konvertierung, Bildverarbeitung und einen QR-Code-Generator — alles in einem browserbasierten Tool.

Praxistipps für ein starkes TM und eine starke Termdatenbank

  1. Früh anfangen. Je früher Sie Übersetzungen im TM speichern, desto wertvoller wird es. Schon ein kleines TM aus einem einzigen Projekt kann beim nächsten Treffer liefern.
  2. TM sauber halten. Fehlerhafte Übersetzungen werden genauso effizient recycelt wie gute. Überprüfen und korrigieren Sie Ihr TM regelmäßig.
  3. Eine zentrale Termdatenbank pro Kunde oder Fachgebiet pflegen. Fragmentierte Glossare führen zu Inkonsistenz. Zentralisieren Sie genehmigte Terminologie und machen Sie sie für alle Projektbeteiligten zugänglich.
  4. Penalty-Einstellungen für weniger zuverlässige TM-Quellen nutzen. Die meisten CAT-Tools erlauben es, Treffern aus weniger vertrauenswürdigen TMs einen prozentualen Abzug zuzuweisen.
  5. Termdatenbank in die Qualitätssicherung integrieren. Viele CAT-Tools markieren automatisch Segmente, in denen ein Termdatenbankbegriff im Ausgangstext vorkommt, aber der genehmigte Zielbegriff in der Übersetzung fehlt.

Das Geschäftsargument in Zahlen

Ein konkretes Beispiel: Ihr Unternehmen lässt ein 10.000-Wörter-Produkthandbuch übersetzen und zahlt 0,12 € pro Wort — ein marktüblicher Satz für europäische Sprachpaare. Das sind 1.200 € für eine vollständige Übersetzung. Sechs Monate später wird das Handbuch aktualisiert, wobei 60 % des Inhalts unverändert bleibt. Mit einem TM sind diese 6.000 unveränderten Wörter entweder kostenlos (100%-Treffer) oder erheblich günstiger (Fuzzy Matches). Die Kosten der Aktualisierung können auf 300–500 € sinken — eine Einsparung von 60–75 % gegenüber einer vollständigen Neuübersetzung. Über mehrere Sprachpaare, mehrere Dokumentaktualisierungen pro Jahr und mehrere Produktlinien hinweg ist der Return on Investment offensichtlich.

Fazit

CAT-Tools, Translation Memory und Termdatenbank bilden das Fundament moderner professioneller Übersetzung. Das TM sorgt dafür, dass genehmigte Übersetzungen bei wiederkehrendem Inhalt konsistent wiederverwendet werden und Kosten sinken. Die Termdatenbank stellt sicher, dass die Terminologie stets korrekt und markentreu ist. Wenn Sie Trados- oder Transit-Dateien mit Kunden oder Lektoren ohne CAT-Tool teilen müssen, bietet linigu.cloud schnelle, browserbasierte Dateikonvertierung — ohne Installation.

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Translator and CAT Tool Expert at Linigu

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